Geschichte & Lage

 

Das heutige Brelingen lässt nur schwer erkennen, dass der Ort eine über 1000-jährige Geschichte vorzuweisen hat. Viele Entwicklungen, die den Ort heute prägen, setzten erst im vergangenen Jahrhundert ein. Die Einwohnerzahl betrug zur Jahrhundertwende rund 500 und wuchs bis 1945 auf fast 1.100. Heute wohnen in Brelingen über 2.200 Einwohner.

Nach Brelingen ist der nördlich gelegene Höhenzug "Brelinger Berge" benannt worden. Die Brelinger Berge sind ein beliebtes Naherholungsgebiet, das ebenso wie die Bruchlandschaft und das Moor südwestlich des Ortes zu Spaziergängen und Radtouren einlädt. Den Brelinger Berg soll der Sage nach ein Riese durch das Ausleeren seiner Stiefel geschaffen haben.

Durch seine zentrale Lage ist Brelingen ein Verbindungspunkt zwischen den Orten Mellendorf, Bissendorf, Elze, Bennemühlen, Ibsingen und Negenborn. Im Zentrum des Dorfes steht die evangelische Kirche St. Martini, die auch das höchste Gebäude darstellt. Zudem finden sich in Brelingen eine Grundschule und ein Kindergarten. Im Jahre 990 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Um 1200 wurde die erste Kirche erbaut und der Besitz des Ortes wechselte vom Hochstift Hildesheim zu Minden. 1483 wurde die Kirche abgerissen und neu errichtet. Ein dritter Abriss und Kirchenneubau erfolgte 1849. Die Einweihung einer neuen Schule mit zwei Klassen und Lehrerwohnung erfolgt 1916. Diese wurde 1962 durch einen Erweiterungsbau vergrößert. 1972 erfolgte die Zusammenlegung von Brelingen, Hellendorf und Gailhof zur Samtgemeinde Mellendorf. 1974 erfolgte die Zusammenlegung zur Großgemeinde Wedemark.

Auf dem grünen Wappenschild liegt oben eine silberne Wolfsangel, auf ihr ein goldener Dolch. Am Knauf hängt an einer silbernen Schnur eine goldene Waage.Das Wappen erinnert an die Amtswaage der Bissendorfer Amtsvogtei, die bis 1858 in Brelingen aufgestellt war. Einen gut erhaltenen Bronzedolch fand man vor Jahren am Brelinger Berg. Die Wolfsangel symbolisiert die Zugehörigkeit zum Landkreis Burgdorf.

Der Brelinger Berg ist ein beliebtes Wander- und Naherholungsgebiet. Der Skulpturenweg Bewegte Steine ist ein 5,5 km langer Rundweg auf der Ostseite der Brelinger Berge. Der Weg ist gleichzeitig ein geologischer Erlebnispfad und die 11 Skulpturen geben Auskunft über die Eiszeit und mit ihr verbundenen Phänomene. Die St. Martini-Kirche ist eine Hallenkirche von 1859, die vom Konsistorialbaumeister Hellner aus Hannover entworfen wurde. Nahe der Kirche liegt die Gedenkstätte für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges. Unweit davon befindet sich ein Felsen, der der Opfer des Zweiten Weltkrieges gedenkt. Auf dem Kirchengelände findet sich das historische Pfarrbackhaus. Der unter Denkmalschutz stehende Alte Friedhof in Brelingen wurde 1846 angelegt. Der Abriss seiner Kapelle, die am heutigen Eingang stand, erfolgte 1964. In dieser Zeit fanden auch die letzten Bestattungen statt.

Die Entstehung der Brelinger Berge: Vor langer Zeit hätten dort zwei Riesen miteinander gekämpft. Sie bewarfen sich mit Felsen bis einer von ihnen zu Fall kam und unter diesen Steinen beerdigt wurde. Aus diesem Hügelgrab entstanden die Brelinger Berge. Es wird sich auch erzählt, dass zwei Riesen sich besuchen wollten. Der eine machte sich auf den Weg zum Deister und als er durch die sandige Wedemark schlenderte, war sein Stiefel bald voller Sand. Er machte Halt, um seinen Stiefel zu leeren. Und als er den Sand aus seinem Stiefel kippte, da blieb im Brelinger Wald ein Hügel zurück, der Brelinger Berg.

Lokale Spezialitäten sind das beliebte Lokalgetränk „Brelinger Löschwasser“ und der „Brelinger Korn“.

Quelle: Homepage Gemeinde Wedemark, Wikipedia

Chronik von Brelingen

 

  990:

Erste Erwähnung des Ortes

1190:

Erster Kirchenbau

1200:

Vom Bistum Hildesheim zu Minden

1300:

Waldschmieden in den Flur

1483:

Zweiter Kirchenbau

1534:

Reformation

1627:

Blutbad im Elenderkamp

1651:

Zweiter Pfarrhausbau - Abriß und Neubau

1668:

Beginn der Eintragungen in den Kirchenbüchern

1695:

Erste Orgel in der Kirche

1730:

Erweiterung des Friedhofes um die Kirche

1761:

Zweites Küsterhaus wird gebaut - Abriß und Neubau

1816:

Wettstreit der Spinnerinnen

1827:

Zweiter Turmbau - Abriß und Neubau

1838:

Windmühle - von 7 Bauern erbaut

1845:

Erste Gemeinheitsteilung

1846:

Anlage eines neuen Friedhofes auf der Küsterworth

1849:

Dritter Kirchenbau - Abriß und Neubau

1854:

Zweite Gemeinheitsteilung

1859:

Versteigerung der Amtswaage - ihre erste Erwähnung 1659

1860:

Carl Plumhoff geht nach Amerika

1871:

Gustav Kohne wird als 7. Sohn geboren

1900:

Dritter Friedhof wird angelegt - vor dem Dorf

1907:

Carl Plumhoff stirbt in Amerika

1911:

Raubmord zwischen Brelingen und Bennemühlen

1916:

Einweihung der neuen Schule mit 2 Klassen und Lehrerwohnung

1921:

Wilderer-Drama im Henjeskamp

1930:

Schreckensjahre der Feuerbrünste

1953:

Blitzschlag ins Pfarrhaus

1954:

Verlegung der Einmündung der Bennemühler Straße

1955:

Dritter Klassenraum im Pfarrhaus

1956:

Die Straßen bekommen Namen

1957:

Erneuerung des Kircheninneren bis 1960

1958:

Erstes Fertighaus im Ort

1958:

Neubau eines Lehrer-Wohnhauses

1959:

Wappenverleihung für den Ort

1960:

Post verlegt im Ort ein 100faseriges Telefonkabel

1961:

Gustav Kohne stirbt im Finkenslag

1961:

Einbau einer Warmluftheizung in der Kirche

1962:

Erweiterungsbau der Schule

1964:

Abbruch der alten Leichenhalle auf dem alten Friedhof

1966:

Beginn der Kanalisation des Ortes

1966:

Wasserleitungsanschluß an Hannover

1966:

Blitzschlag ins Haus Rotermund

1967:

Ausbau des Straßenzuges "Zu den Brelinger Bergen"

1967:

Dammbruch im Kieswerk führt zu Überschwemmungen im Dorf

1967:

Erstes Grasbahnrennen auf Brelinger Flur

1968:

Erste Telefonzelle im Dorf

1968:

Kläranlage fertig

1968:

Filiale der Kreissparkasse hauptamtlich besetzt

1968:

Pfarrarchiv modernisiert

1968:

Kreisstraße 4 (nach Bennemühlen) ausgebaut

1968:

Friedhof im neuen Gewand

1968:

Neues Spritzenhaus

1969:

Bökers Immenzaun verschwand

1969:

Ausbau des "Abbauernrings"

1969:

Kanalisation beendet

1971:

Erste Wohnhäuser auf dem alten Friedhof

1972:

Abbruch der Windmühle

1972:

Ausbau des Weges "Zu den Hegebergen"

1972:

Zusammenlegung zur Samtgemeinde Mellendorf, Brelingen, Hellendorf und Gailhof

1973:

Dorfsaal wird Verkaufsstätte

1973:

Busverkehr nach Hannover von 2 Fahrten auf 4 verbessert

1973:

Radweg von Brelingen nach Mellendorf neu angelegt

1973:

Friedhofskapelle erstellt unter Beitrag von 30.000,- DM der politischen Gemeinde

1973:

Anschaffung eines neuen Feuerlöschfahrzeuges

1974:

Zusammenlegung zur Großgemeinde Wedemark

1974:

Bauplätze für ca. 40 Wohnhäuser ausgewiesen

1976:

Umstellung bei der Post: Alte Plz. 3001 Brelingen, neue Plz.: 3002 Wedemark 1

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Im Jahre 990 n. Chr. wird der Ort in einer Grenzbeschreibung, die Otto III. anordnete, erstmals erwähnt. Damals gehörte Brelingen zum Bistum Hildesheim. Im Jahre 1200 wird es in das Bistum Minden übernommen. Schon damals muss Brelingen eine Kirche gehabt haben. Ein Kirchenneubau wurde noch vor der Reformation gegen 1483, dem Geburtsjahr Luthers, unter Pastor Niemann errichtet. Dieser Bau besaß weder Chor noch Turm. Der Brelinger Kirchturm aus Raseneisenstein wurde erst 1827, also fast 350 Jahre später, an dieser Kirche angefügt. Die starke Verwitterung des Baumaterials machte in jüngster Zeit ein völliges Verputzen des Turmes notwendig. Der Verbund aus der alten Kirche mit dem neuen Turm hatte nur 20 Jahre Bestand. Dann wurde die alte Kirche, die für Brelingen mit seinen Außendörfern zu klein geworden war, abgerissen und ein großer Neubau an ihre Stelle gesetzt. Der nun eigentlich zu kleine, aber noch fast neue Turm blieb erhalten. Planungen zu seiner Erhöhung wurden nicht realisiert. Am dritten Advent 1849 wurde die Kirche samt einer neuen Orgel eingeweiht. Ihr Architekt war der Konsistorialbaumeister Friedrich August Hellner (1791 - 1862), unter dessen Leitung fast 50 Kirchenneubauten und zahlreiche kirchliche Gebäude, so auch das Brelinger Pfarrhaus, im Königreich Hannover errichtet wurden. Die Kirche bot am Anfang 1000 Plätze. Sie hatte eine Länge von 30,30 m und eine Breite von 18,70 m. Ihre Innengestaltung wurde im Laufe der Jahre verändert. Drei verschiedene zeittypische Ausmalungen sind rekonstruiert worden. Die jetzige Gestaltung stammt aus den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. 1930 wurde eine Orgel mit pneumatischer Traktur eingebaut. Der Orgelprospekt von 1849 blieb erhalten und ziert auch heute die Orgelempore. 1996 wurde die Orgel einer gründlichen Renovierung unterzogen. Im Innenraum befindet sich ein Epitaph der Familie von Pastor Michael Müller aus dem Jahre 1711, zwei Grabsteine von 1590 und 1640 sowie zwei Darstellungen zum Namenspatron der Kirche: St. Marti. Sie sind Leihgaben der Künstler.

Eine ausführliche, reich bebilderte Darstellung findet sich in der Chronik zum Jubiläum von 1999, die im Pfarrbüro für 5€ erworben werden kann.

(Quelle: Beilage im Kirchenboten 2/2002)