Chronik von Brelingen

 

  990: Erste Erwähnung des Ortes
1190: Erster Kirchenbau
1200: Vom Bistum Hildesheim zu Minden
1300: Waldschmieden in den Flur
1483: Zweiter Kirchenbau
1534: Reformation
1627: Blutbad im Elenderkamp
1651: Zweiter Pfarrhausbau - Abriß und Neubau
1668: Beginn der Eintragungen in den Kirchenbüchern
1695: Erste Orgel in der Kirche
1730: Erweiterung des Friedhofes um die Kirche
1761: Zweites Küsterhaus wird gebaut - Abriß und Neubau
1816: Wettstreit der Spinnerinnen
1827: Zweiter Turmbau - Abriß und Neubau
1838: Windmühle - von 7 Bauern erbaut
1845: Erste Gemeinheitsteilung
1846: Anlage eines neuen Friedhofes auf der Küsterworth
1849: Dritter Kirchenbau - Abriß und Neubau
1854: Zweite Gemeinheitsteilung
1859: Versteigerung der Amtswaage - ihre erste Erwähnung 1659
1860: Carl Plumhoff geht nach Amerika
1871: Gustav Kohne wird als 7. Sohn geboren
1900: Dritter Friedhof wird angelegt - vor dem Dorf
1907: Carl Plumhoff stirbt in Amerika
1911: Raubmord zwischen Brelingen und Bennemühlen
1916: Einweihung der neuen Schule mit 2 Klassen und Lehrerwohnung
1921: Wilderer-Drama im Henjeskamp
1930: Schreckensjahre der Feuerbrünste
1953: Blitzschlag ins Pfarrhaus
1954: Verlegung der Einmündung der Bennemühler Straße
1955: Dritter Klassenraum im Pfarrhaus
1956: Die Straßen bekommen Namen
1957: Erneuerung des Kircheninneren bis 1960
1958: Erstes Fertighaus im Ort
1958: Neubau eines Lehrer-Wohnhauses
1959: Wappenverleihung für den Ort
1960: Post verlegt im Ort ein 100faseriges Telefonkabel
1961: Gustav Kohne stirbt im Finkenslag
1961: Einbau einer Warmluftheizung in der Kirche
1962: Erweiterungsbau der Schule
1964: Abbruch der alten Leichenhalle auf dem alten Friedhof
1966: Beginn der Kanalisation des Ortes
1966: Wasserleitungsanschluß an Hannover
1966: Blitzschlag ins Haus Rotermund
1967: Ausbau des Straßenzuges "Zu den Brelinger Bergen"
1967: Dammbruch im Kieswerk führt zu Überschwemmungen im Dorf
1967: Erstes Grasbahnrennen auf Brelinger Flur
1968: Erste Telefonzelle im Dorf
1968: Kläranlage fertig
1968: Filiale der Kreissparkasse hauptamtlich besetzt
1968: Pfarrarchiv modernisiert
1968: Kreisstraße 4 (nach Bennemühlen) ausgebaut
1968: Friedhof im neuen Gewand
1968: Neues Spritzenhaus
1969: Bökers Immenzaun verschwand
1969: Ausbau des "Abbauernrings"
1969: Kanalisation beendet
1971: Erste Wohnhäuser auf dem alten Friedhof
1972: Abbruch der Windmühle
1972: Ausbau des Weges "Zu den Hegebergen"
1972: Zusammenlegung zur Samtgemeinde Mellendorf, Brelingen, Hellendorf und Gailhof
1973: Dorfsaal wird Verkaufsstätte
1973: Busverkehr nach Hannover von 2 Fahrten auf 4 verbessert
1973: Radweg von Brelingen nach Mellendorf neu angelegt
1973: Friedhofskapelle erstellt unter Beitrag von 30.000,- DM der politischen Gemeinde
1973: Anschaffung eines neuen Feuerlöschfahrzeuges
1974: Zusammenlegung zur Großgemeinde Wedemark
1974: Bauplätze für ca. 40 Wohnhäuser ausgewiesen
1976: Umstellung bei der Post: Alte Plz. 3001 Brelingen, neue Plz.: 3002 Wedemark 1
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Zur Geschichte der Kirche in Brelingen

 

Im Jahre 990 n. Chr. wird der Ort in einer Grenzbeschreibung, die Otto III. anordnete, erstmals erwähnt. Damals gehörte Brelingen zum Bistum Hildesheim. Im Jahre 1200 wird es in das Bistum Minden übernommen. Schon damals muss Brelingen eine Kirche gehabt haben. Ein Kirchenneubau wurde noch vor der Reformation gegen 1483, dem Geburtsjahr Luthers, unter Pastor Niemann errichtet. Dieser Bau besaß weder Chor noch Turm. Der Brelinger Kirchturm aus Raseneisenstein wurde erst 1827, also fast 350 Jahre später, an dieser Kirche angefügt. Die starke Verwitterung des Baumaterials machte in jüngster Zeit ein völliges Verputzen des Turmes notwendig. Der Verbund aus der alten Kirche mit dem neuen Turm hatte nur 20 Jahre Bestand. Dann wurde die alte Kirche, die für Brelingen mit seinen Außendörfern zu klein geworden war, abgerissen und ein großer Neubau an ihre Stelle gesetzt. Der nun eigentlich zu kleine, aber noch fast neue Turm blieb erhalten. Planungen zu seiner Erhöhung wurden nicht realisiert. Am dritten Advent 1849 wurde die Kirche samt einer neuen Orgel eingeweiht. Ihr Architekt war der Konsistorialbaumeister Friedrich August Hellner (1791 - 1862), unter dessen Leitung fast 50 Kirchenneubauten und zahlreiche kirchliche Gebäude, so auch das Brelinger Pfarrhaus, im Königreich Hannover errichtet wurden. Die Kirche bot am Anfang 1000 Plätze. Sie hatte eine Länge von 30,30 m und eine Breite von 18,70 m. Ihre Innengestaltung wurde im Laufe der Jahre verändert. Drei verschiedene zeittypische Ausmalungen sind rekonstruiert worden. Die jetzige Gestaltung stammt aus den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. 1930 wurde eine Orgel mit pneumatischer Traktur eingebaut. Der Orgelprospekt von 1849 blieb erhalten und ziert auch heute die Orgelempore. 1996 wurde die Orgel einer gründlichen Renovierung unterzogen. Im Innenraum befindet sich ein Epitaph der Familie von Pastor Michael Müller aus dem Jahre 1711, zwei Grabsteine von 1590 und 1640 sowie zwei Darstellungen zum Namenspatron der Kirche: St. Marti. Sie sind Leihgaben der Künstler.

Eine ausführliche, reich bebilderte Darstellung findet sich in der Chronik zum Jubiläum von 1999, die im Pfarrbüro für 5€ erworben werden kann.

(Quelle: Beilage im Kirchenboten 2/2002)